Eigentlich sieht es ganz imposant aus, fast interessant, aber ich wusste schon unten... es wird die Hölle...

Darf ich vorstellen? Das Monument.
Älteste freistehende Steinsäule, 61 Meter hoch, 311 Stufen bis ganz oben, scheiße hoch für jemanden der auf einer Trittleiter schon Panik kriegt.

Von unten ganz nett anzusehen, hübsches
Steingemeißel, Frauen auf Wolken,
Linys in böser Ahnung.

Ein kurzes "Was hab ich nur getan? Ja aber es stand doch im Reiseführer" Und schon
gings ab nach oben.
Ich
weiss nicht genau was schlimmer ist.
Wenn du mit Höhenangst so eine Säule
raufläufst, bist du Anfangs erst mal voller Elan.
Du denkst dir, ja das wird schon
gehn und so und außerdem läuft man ja innen und nicht außen.
Aber ab einer gewissen Höhe werden die
Kniee automatisch weich und du merkst genau wie sich die Panik einschleicht.
Da hilft nur immer an der Wand festhalten, entgegenkommenden Leuten böse Blicke zuwerfen, Mut zusprechende
Bings ernst nehmen und die freundliche Stimme in deinem Kopf die Dir immer wieder sagt "Du wirst sterben, du wirst sterben" ignorieren.
Falls einen doch mal der Wahn ergreift und man nach unten sieht, sieht dass dann so aus...

Das Foto hab ich natürlich nicht gemacht, weil meine Reaktion darauf gewesen wäre: Foto fallen lassen und zusammenkauern. Nun ja.
Freundlicherweise gibt es da noch die "Schlitze des
Grauens" die dir immer wieder schön
Beweisen, dass die Stimme in deinem Kopf gar nicht so
Unrecht hat...

Oben angekommen.... Ich wollte gleich wieder umdrehen, aber schließlich hat man wie überall in London Eintritt bezahlt ( auch das noch, welch
Ironie).
Ich hab nicht wirklich nach unten gesehen, auch nicht gerade aus.
In solchen Momenten lass ich andere Fotos machen und schau sie mir dann unten auf der Erde an.
Hier die Beichte an die Welt: Ja, ich habe vor Angst geweint.
Das Foto sieht gestellt aus, ist es aber nicht.
Schön
wärs ;)

Während ich abwechselnd mit Todesängsten, und Schwindelgefühl kämpfte, entstanden ein paar richtig gute Bilder:



So friedlich kann das also
aussehen.
Kurz bevor ich mich heimlich zurück an die Treppe geschlichen habe,
endstand noch ein "Sturmfrisur und
Liny ist nervlich am Ende aber macht
sowas ähnliches wie lächeln" Foto.

Runter laufen war zwar schlimm, aber zumindest
weiss man dass es bald vorbei ist.
Unten angekommen: Hinsetzen, festhalten. ;)

Anschließend beschloss man "friedlich ins Wasser zu gehen" um die schockierenden Ereignisse nicht ein ganzes Leben mit sich tragen zu müssen... Aber dann
gabs Mocca und Karottenkuchen :)

Hier noch: Kurz vor der Ziellinie: Der feste
Erdboden :)
Und es waren keine 312 wie ich hier
erzähl, sonder 311 aber das reicht auch schon.